Love Story: Vom besten Freund und der großen Liebe

Love Story: Vom besten Freund und der großen Liebe

Love Story: Vom besten Freund und der großen Liebe

Hochzeitsfotograf

Die große Liebe findet man dann, wenn man sie überhaupt nicht sucht. Das trifft auf meine Geschichte absolut zu. Ich bin wohl das, was man umgangssprachlich als Zockerweibchen bezeichnet. Ich lasse den Tag gerne mal mit einem Online-Rollenspiel ausklingen.

Eines Tages lernte ich dabei Dennis kennen. Wir hatten Spaß, verstanden uns gut und setzten uns gegenseitig auf die Freundesliste. In den kommenden Tagen spielten wir wieder gemeinsam, stellten fest, dass wir aus derselben Stadt kommen und sogar zum Teil den gleichen Freundeskreis hatten. Jedoch waren wir uns noch nie über den Weg gelaufen. Wir tauschten Telefonnummern aus und führten stundenlange Telefonate. Hie und da wurde mal ein bisschen geflirtet, das blieb jedoch alles im Rahmen.

Dennoch muss ich zugeben, dass ich mich über jeden seiner Anrufe gefreut habe und sich ein gewisses Kribbeln im Bauch mit der Zeit eingestellt hat. Dann sah ich das erste Mal ein Foto von ihm und wäre fast vom Stuhl gefallen. Es sah unverschämt gut aus! Scheinbar war er von meinem Bild auch recht angetan und wollte mich auf einen Kaffee einladen. Gesagt, getan. Ganze 30 Minuten hat das Treffen gedauert, dann „musste“ ich unter einem Vorwand weg. Er hatte mir einfach zu gut gefallen. Klingt albern, ist es auch und im Nachhinein ärgere ich mich immer noch über meine eigene Dummheit zu diesem Zeitpunkt.

Ich befand mich in einer Phase, in der ich einige persönliche Baustellen zu bewerkstelligen hatte und in der ich überhaupt nicht bereit für eine feste Partnerschaft war. Also erfand ich für ein weiteres Treffen zunächst Ausreden, schob alles auf die Arbeit und gab ihm letztendlich eine Abfuhr. Doch er lies sich nicht beirren. Er wurde nie aufdringlich oder drängelte, er lud mich nur immer wieder beiläufig ein dazuzustoßen, wenn er etwas mit seinen Freunden unternahm.

Unglaubliche zwei Jahre ging es so, dass wir uns nicht mehr trafen, der Kontakt aber auch nicht abbrach und uns mittlerweile eine richtig gute Freundschaft verband. Wenn ich Sorgen hatte, jemanden etwas erzählen wollte oder mir einfach langweilig war, dann war Dennis mein Ansprechpartner.

Im März 2011 hatte ich dann einen richtigen Tiefpunkt. Ich hatte mir mittlerweile eingestanden, dass ich unsterblich verliebt in meinen besten Freund war, war der festen Überzeugung, dass er mich zwar gern hatte, aber die anfänglichen Schmetterlinge längst verflogen waren. Nun hatte ich mein Leben wieder einigermaßen im Griff und wollte mich unbedingt bei ihm für meine Dummheit entschuldigen, auch wenn der Zug für mehr sicherlich längst abgefahren war.

Nachts um drei rief ich ihn mitten in der Woche an – das wäre wohl bei niemand sonst gegangen – und unter Tränen sagte ich ihm, dass ich dringend mit ihm reden müsste. „Schieß los, Süße, was ist passiert?“, antwortete er. Ich fragte, ob ich vorbei kommen könnte, und hatte eigentlich ein Nein oder eine Vertröstung auf den nächsten Tag erwartet, aber er willigte sofort ein. Ich fuhr also hin und kaum war ich in seiner Wohnung, verließ mich natürlich der Mut.

Ich stammelte etwas von „Ach, ist eigentlich auch gar nicht so wichtig“ – was zu dieser Uhrzeit nach 2 Jahren des Nichtsehens natürlich vollkommen unglaubwürdig war. Er lachte, nahm mich in den Arm und sagte: „Siehst du, deshalb bist du meine Traumfrau, aus dir wird man nie schlau und dennoch bist du dabei so unglaublich süß und goldig.“ Traumfrau? Ich? Seine? Er sah wohl meine Verwirrung und fragte, ob ich denn nicht wüsste, was er für mich empfindet. Ich hatte mir so einiges für die Nacht vorgestellt, aber das sicherlich nicht!

Er sah mir tief in die Augen, kam näher und küsste mich schließlich. Wochen später sagte er mir mal, dass er es einfach versuchen musste, eh ich wieder wegrennen würde und er erneut 2 Jahre auf den ersten Kuss hätte warten müssen. Ich blieb in der Nacht bei ihm und wir waren ab dem Zeitpunkt unzertrennlich.

Das könnte das Ende einer für mich wunderschönen Liebesgeschichte sein, doch es kam noch besser. Es war sein 40. Geburtstag, seine Brüder bestanden darauf, diesen groß zu feiern. Wie ich im Nachhinein erfahren habe, bestand eigentlich Dennis darauf … Etwa 70 Gäste waren eingeladen und der Spaß sollte recht förmlich anfangen. Meiner Meinung lag dies vor allem daran, dass nicht nur Freunde, sondern auch viele Verwandte von ihm und mir eingeladen waren. Seltsam fand ich, dass einer nach dem anderen eine Rede halten wollte. Seine Brüder, seine Mutter, sein Vater, sein bester Freund, schließlich sogar einige aus meiner Familie. Noch seltsamer fand ich aber, dass jeder mich in seiner Rede erwähnt hat. Wie froh sie wären, dass wir zueinander gefunden haben, dass er immer gut auf mich aufpassen soll und vieles mehr.

Letztendlich betrat Dennis selbst die kleine Bühne, um sich bei allen zu bedanken – so dachte ich zumindest. Tatsächlich aber hat er sich nur bei mir bedankt. Für die wunderschöne Zeit, die wir bisher verbracht haben, dass ich das schönste Geschenk der Welt für ihn bin und dass er mich niemals verlieren möchte. Dann sagte er nicht die magischen Worte. Er sagte: „Und deshalb möchten WIR dich fragen“ – und der gesamte Saal schrie im Chor „Willst du Dennis heiraten?“!

Natürlich wollte ich! Nun kann ich ganz ehrlich sagen: ich heirate meinen besten Freund!

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