Zehn Jahre DJ – Die Geschichte hinter Chris le Kay

Zehn Jahre DJ – Die Geschichte hinter Chris le Kay

Zehn Jahre DJ – Die Geschichte hinter Chris le Kay

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Nun ist es so weit, 10 Jahre sind mittlerweile vergangen seitdem ich als DJ tätig bin.

Wie alles begann:

Schon in jungen Jahren war es mein Wunsch DJ zu werden, doch leider wurde dies immer belächelt.
In den letzten 3 Jahren meiner Schulzeit, veranstalteten wir jährlich eine Schülerdisco bei der ich unter dem Pseudonym „DJ Snoop“ auflegte. Natürlich kann man das damalige „auflegen“ nicht mit dem heutigen vergleichen.

Nach meiner Schulzeit hatte ich weiterhin den Traum DJ zu werden, allerdings wusste ich nicht wie.
Im Alter von 17 Jahren hatte ich einen guten Freund der mir versprochen hatte das ein oder andere beizubringen. Er nahm mich damals in die Discothek „Peaches“ oder auch bekannt als „08/15“ nach Ostheim vor der Rhön mit. Allerdings stellte sich alles als heiße Luft heraus, das Einzigste was ich wirklich davon mitnehmen konnte waren 20€ und ich durfte ein paar Abende LJ sein.

Mein Weg ging weiter…
Noch immer wusste ich noch nicht wie ich DJ werden kann und hatte ehrlich gesagt von tuten und blasen auch absolut keine Ahnung.

Etwas später im Alter von 18 Jahren arbeitet ich für ca. ein halbes Jahr als LJ in einer Ortsansässigen Discothek. Für jeden der nicht weiß was ein LJ ist, LJ ist die Abkürzung für Lightjockey.
Ein Lightjockey ist derjenige, der meist neben dem DJ steht und die Lichtanlage bedient. Auch diese Tätigkeit hatte mich meinem Traum leider keinen Schritt nähergebracht. Der DJ mit dem ich als LJ zusammenarbeitete war ein sehr guter aus dem Bereich Hip Hop, seine Skills schätzte ich sehr. Doch leider passte die Chemie auf zwischenmenschlicher Ebene nicht.

Der erste Lichtblick:

Im Jahre 2006 eröffnete die Discothek ViVa in Burkardroth, was ich für mich als eine neue Chance sah. Schon kurz nach der Eröffnung war ich ein fester Bestandteil des Teams und lernte die Menschen kennen, weswegen ich heute DJ bin (DJ Kaba und DJ Bamboocha). Nach einigen Nächten fragte mich Kaba ob ich denn kein Interesse daran habe DJ zu werden. Das war für mich erstaunlich.
Der erste Mensch der mich fragte, ich war total außer mir. In den drauffolgenden Wochen brachten mir DJ Kaba und DJ Bamboocha die ersten Schritte bei. Es war einfach toll, unterstützt zu werden.
Leider findet man so etwas in der heutigen Zeit nicht all zu oft.

Mein erstes Equipment:

Nachdem ich mich nun dazu entschloss DJ zu werden, kaufte ich mir damals Equipment. Natürlich kaufte ich das Selbe Equipment, wie es im Club Stand einen Pioneer DJM 600 Mixer, zwei Technics 1210er Turntables sowie zwei Pioneer CDJ 200. Wenn ich so darüber nachdenke, hätte es auch günstigeres Equipment getan.

Vorbereitung auf die erste Party und der Schock:

Eines Abends bekamen wir die neuen Flyer in DJ Kanzel. Kaba hatte nach und nach die Nächsten Termin anmoderiert und ich dachte mir nur: Welch ein komisches Motto?
Im Motto der einen Veranstaltung stand „DJ auf dem Damenklo“. Darunter konnte ich mir absolut gar nichts vorstellen und fragte mich wer das wohl macht. Kaba scherzte ein wenig mit mir und sagte einige Male „Du machst das schon“, „Du bist der DJ“. Ganz ehrlich, ich habe ihn in diesem Moment nicht wirklich für ernst genommen, bis allerdings der Geschäftsführer mir dies bestätigte.

Wow mein erster Auftritt und das auf einen Damenklo, ich glaube besser kann man sich den Start in seine Karriere nicht vorstellen (Ironie aus). Obendrauf wurde mir versprochen das der DJ der an diesem Abend in der Main Area auflegt mir CDs mit Musik zu Verfügung stellt, da ich absolut gar nichts hatte.

Nun war es soweit mein „großer Tag“. Ich kann mich noch daran erinnern als wenn es erst gestern gewesen wäre. Gegen 14:00 Uhr war ich auf dem Weg zu meiner damaligen Freundin und rief den DJ der Main Area an, ich wollte mich wegen der Musik für den Abend vergewissern. Als ich Ihn erreichte, sagte er zu mir er wisse nichts davon und das es auch schon zu spät sei etwas zusammenzustellen.

Na toll dachte ich mir, verlässt du dich auf jemand anderen, dann bist du verlassen…
Postwenden drehte ich um und fuhr wieder heim. Zuhause stellte ich mir ca. 20-30 CDs zusammen, die ich doppelt brannte.

Die Party:

Nachdem mein Equipment aufgebaut war, bereitete ich mich innerlich auf mein erstes Mal vor.
Mein erstes Mal komplett auf sich alleine gestellt zu sein, ich war aufgeregt. Allgemein war an diesem Abend nicht viel los, ca. 30 Gäste verliefen sich in unsere Discothek. Der DJ im Außenbereich schaffte es am Abend nicht die Gäste mitzureisen. Nach und nach füllte sich allerdings bei mir das Damenklo. Die Leute feierten und sagten „schick den anderen weg du musst draußen auflegen“ was mir ehrlich gesagt sehr schmeichelte. Doch so einfach ist das nun auch wieder nicht. Einige Gäste gingen direkt zum Geschäftsführer und sagten das Sie mich in der Main Area haben wollen.

Der Grundstein meiner Karriere wurde an diesem Abend gelegt.

Die ersten Gigs in der Main Area:

Der Donnerstag war im Keller, wir hatten maximal 10 Besucher. Um Kosten zu sparen fragte mich der Geschäftsführer ob ich den Donnerstag übernehmen möchte. Anfangs traute ich mich nicht und wartete noch 3 Veranstaltungen ab. Nach diesen 3 Veranstaltungen entschloss ich mich den Donnerstag zu übernehmen. Anfangs fing ich mit 2 Gästen an. In der heutigen Zeit gar nicht mehr vorstellbar. Innerhalb von 10 Wochen schaffte ich es die Gästeanzahl zu steigen, bis auf ca. 100 Gäste worauf ich schon ein bisschen Stolz war. Es folgten nach und nach einige weitere Veranstaltungen, ich hatte es geschafft regelmäßig aufzulegen.

Ich schmeiß alles hin:

Nach zahlreichen Gigs wurden mir auch bessere Events versprochen, allerdings wurden zu diesen Veranstaltungen immer andere DJs gebucht die meiner Einschätzung nach weit unter meinem damaligen Level waren. Einer dieser DJs spielte „Conquest of Paradise“ als Opening und quatschte dabei die Leute in den Schlaf. Beim nächsten hatte ich mich gänzlich gefragt warum dieser Mensch überhaupt als DJ gebucht wurde, denn er legte eine fertige Mix-CD ein und stellte sich mit seinem Funkmikro auf die Bar. Sorry das hatte in meinen Augen nichts mit auflegen zu tun und ich deaktivierte sein Mikro, was er nicht einmal merkte.

Nicht nur wegen dieser Dinge kippte meine Stimmung, sondern auch wegen Geld. Im Laufe meiner Tätigkeit entwickelte ich mich weiter, dies wollte die Discothek aber nicht honorieren. Ganz nach dem Motto „Einmal LJ, immer LJ“. Daraufhin schmiss ich alles hin und verkaufte mein Equipment.

Der DJ Traum war somit geplatzt.

Das Comeback:

Nach ca. 3 Monaten klingelte abends mein Handy. Ein ehemaliger Türsteher der Discothek war dran. Er fragte mich ob ich an diesem Abend in Bad Neustadt im Discostadl Anton einspringen könne, denn ein DJ ist ausgefallen. Ich machte diesen Abend und war von diesem Zeitpunkt ein fester Bestandteil des Teams für ca. 2 Jahre und hatte nach kurzer Zeit einen Resident Job. Hier lernte ich meinen Kollegen DJ Domingo kennen, welcher eine weitere große Bedeutung für meine DJ Laufbahn hatte.
Wir wechselten uns wöchentlich ab und waren ein bomben Team.

DJ Chris le Kay und die Hochzeiten:

Nach weiteren zahlreichen Gigs, sowie Discotheken unterhielt ich mich eines Tages mit Domingo über unseren Job. Er fragte mich: Kannst du dir vorstellen auf Hochzeiten aufzulegen? Ich hätte da etwas für dich.

In diesem Moment dachte ich mir: Ich und Hochzeiten nie und nimmer.
Das konnte ich mir absolut gar nicht vorstellen, aber ich entschloss mich trotzdem dafür mir diesen Bereich einmal anzuschauen. Hier musste ich schnell feststellen, dass es viel zu lernen gibt. Je mehr Hochzeiten ich machte, desto weniger wollte ich in die Discotheken zurück. Letztendlich habe ich mich auf mobile Veranstaltungen spezialisiert und könnte mir zum aktuellen Zeitpunkt weniger Clubeinsätze vorstellen.

An dieser Stelle könnte ich noch Tausende Worte mehr schreiben, aber ich glaube der Artikel ist jetzt schon lange genug. Es gibt aber noch ein paar Dinge die ich trotzdem noch loswerden möchte.

Ich weiß zwar nicht ob du das hier je liest aber ich möchte mich bei meiner damaligen Ex-Freundin bedanken, dass Sie alles so mehr oder weniger toleriert hat. Sie hat mir nie Steine in den Weg gelegt und ich weiß, dass unsere Beziehung unter diesen Punkt sehr gelitten hatte. Ohne diese Unterstützung hätte ich meinen Traumberuf DJ nie verwirklichen können.

Ein weiteres Dankeschön geht an meine Kollegen DJ Kaba und DJ Bamboocha. Ohne euch beiden wäre ich wahrscheinlich heute immer noch kein DJ. Auch die Freundschaft die sich mit Bamboocha in den letzten 10 Jahren entwickelt hat weiß ich sehr zu schätzen.

Einen gibt es noch. DJ Domingo ein sehr guter Freund und Kollege. Danke dass du mich damals in die Richtung Hochzeiten gebracht hast, ohne dich würde ich noch immer in den Clubs rumhüpfen.

So nun ist aber wirklich Schluss.

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